Bruno Wildhaber

Unsere illustre Truppe hat sich nach der Diskussionsrunde nicht auf ein Vorgehen einigen können, bis im letzte Moment der Vorschlag von Rita Ernst aufgenommen wird: „Lasst uns doch den Kühlschrank aufräumen!“

An dieser Stelle sei erwähnt, dass trotz der Magenverstimmungen und der weiteren Problem bis jetzt noch niemand auf die Idee gekommen ist, den Kühlschrank aufzuräumen!

Wer jetzt gedacht hat, damit sei das Problem vom Tisch, hat sich natürlich in optimistischer Manier getäuscht. Denn es ergibt sich mehr oder weniger die selbe Diskussion, wie wir sie bei früheren Streitigkeiten bereits angetroffen haben.

Während die einen den Kühlschrank radikal ausräumen, alles vernichten und dann  desinfizieren wollen, bestehen andere auf der Wiederverwertung der noch brauchbaren Lebensmittel. Anstelle der mühsamen Diskussion zu folgen, machen wir ein Gedankenspiel.: Wären unsere Protagonisten Tiere, an wen würden Sie uns wohl erinnern?

Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

  • Der Hamster: Wird möglichst viel sammeln und alles konsumieren, was er gesammelt hat.
  • Das Eichhörnchen: Sammelt mit maximalem Eifer und vergräbt seine Schätze irgendwo. Findet allerdings nur noch 10% der vergrabenen Leckereien.
  • Das Kaninchen: Frisst sofort alles (auch wenn es giftig ist) und verschwendet keinerlei Gedanken darauf , irgendetwas für später zu lagern (oder: das Leben kann kurz sein..).
  • Die Biene: Legt  gezielt Vorräte an und pflegt diese auch während der Lagerung.
  • Der Löwe: Lässt das Weibchen jagen und profitiert nachher davon.
  • Der Bär: Frisst sich einen Fettvorrat an und verschwindet dann zum Winterschlaf. Frisst von den Lachsen nur noch die Filetstücke, wenn Schlemmerzeit ist.
  • Die Schlange: Frisst nur alle paar Wochen und kümmert sich sonst nicht ums Fressen.
  • Der Geier: Verlässt sich darauf, dass die anderen die Lebensmittel für ihn beschaffen. Er verlässt sich auf seinen Riecher, wenn etwas im Busch ist!
  • Der Stadtspatz: Frisst alles und kümmert sich nicht um die gesundheitlichen Konsequenzen (liebt Hamburger-Restaurants).
  • Die Ameise: Denkt im Kollektiv und nimmt nur ihre angestammte Aufgabe war, beschützt, sucht, lagert oder vernichtet Vorräte nach Vorgabe eines ihr unbekannten Plans.
  • Der Seeadler: Ist trotz stolzem Gehabe ein opportunistischer Jäger und verschmäht auch Kleinnager nicht.
  • Die Zivilisationskatze: Tötet zum Spass und sammelt Trophäen.

Zu diesem Zeitpunkt ist es wohl müssig zu erwähnen, dass sich alle diese Charaktere auch in Organisationen jeglicher Art finden. Allerdings hat der Mensch auch Eigenschaften entwickelt, welche ihn vom Tier (meist negativ) unterscheiden, dies sind die folgenden:

Food Waste„: Es wird auf Teufel komm raus gekauft oder gesammelt, mit dem Resultat, dass ein grosser Anteil der Lebensmittel vernichtet werden muss (und dies auch getan wird, weil es sonst zu unewünschten Geruchsbelästigungen kommt).

Giftschrank Pflege„: Der Mensch ist tatsächlich regelmässig dabei anzutreffen , dass er trotz allem Wissen ungeniessbare und gifitige Vorräte sammelt und sie irgendwo speichert. Meist weiss er allerdings nicht mehr, wo diese liegen.

Selbstzerstörungstrieb“ Menschen neigen dazu, selbstzerstörerische Handlungen selbst dann weiterzuführen, wenn sie schon lange erkannt haben, dass die schädlich für sie sind. Selbst das Kollektiv hat darauf kaum Einfluss (Rauchen, Süchte jeder Art); allerdings gibt es auch in der Tierwelt, z.B. beim Oktopus in Stressituationen.

Im Rahmen der Information Governance müssen wir uns deshalb immer überlegen, mit welchen Charaktertypen wir es zu tun haben!

Dazu gehören insbesondere:

  • Datenbeschaffer, die alles beschaffen
  • Datenbeschaffer, die selektiv beschaffen
  • Datenbeschaffer, welche beschaffen, sich aber nachher nicht um das „Ausweiden“ kümmern
  • Nutzer, welche ihre Daten pflegen
  • Nutzer, welche die Datenpflege lieber anderen überlassen (z.B. der IT)
  • Nutzer, die nicht vernichten können
  • Nutzer, die nicht vernichten wollen
  • Nutzer, die nicht vernichten dürfen
  • Nutzer, die sofort vernichten und nichts aufbewahren
  • Manager, welche die Kosten der Datenhaltung nicht verstehen
  • Manager, welche die mit Daten assoziierten Risiken nicht verstehen
  • u.a.m.

 

So kann man jemanden, der generell nicht vernichten will, auch mit den besten Argumenten kaum davon überzeugen, dass seine Sammelwut zu Risiken für das Unternehmen führt.

Die Information Governance muss darauf abzielen, den Personen die Rolle zuzuweisen, welche der Organisation am meisten nutzt!

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